Warum eine neue Kirche?

Warum haben wir mit dem Berlinprojekt eigentlich eine neue Gemeinde - also sozusagen einen neuen Ableger - gegründet? Gibt es nicht schon genug alte und bestehende Kirchengemeinden, die erst mal dringend neue Energie und Ideen bräuchten? Hier ein paar Gründe, warum wir eine neue Kirche gründen wollten:

Es gibt kaum Kirchen für uns und unsere Freunde.
In meinem Stadtteil, Prenzlauer Berg, gibt es genauso wie in Friedrichshain, Kreuzberg und Mitte unglaublich viele Leute in unserem Alter: Leute zwischen 20 und Ende 30, Studenten, Berufsanfänger, Singles etc. Und das ist nun schon seit Jahren so. Trotzdem gibt es so gut wie keine Kirchen, in denen wir uns unmittelbar wohlfühlen können. Wir sind dabei, so eine Kirche zu bauen und wollen damit eine riesige Lücke schließen.

Es gibt überhaupt viel zu wenig Kirchen.
Kirchen und Gemeinden treten in unserer Stadt kaum noch in Erscheinung. Jeder weiß, wo er einen Handyvertrag abschließen kann, aber wo man auf relevanten und interessante Art und Weise von Gott hören kann, dass weiß kaum einer. Gäbe es mehr offene und interessante kirchliche Angebote in unserer Stadt, dann würden auch mehr Menschen kommen. Das Interesse ist bei vielen da, aber es fehlen überzeugende Angebote. In einer Stadt mit 3,4 Millionen Menschen kann es immer neue Kirchen geben.

Neue Kirchen haben neue Energie.
Wenn man eine neue Kirche oder überhaupt ein neues Projekt gründet, sind alle engagiert dabei und machen mit. Denn das Motto ist: Bewegen oder sterben! Das ist ein kraftvolles Potenzial. Im Gegensatz dazu braucht man um eine bestehende Kirche oder Organisaion von innen zu verändern immer bedeutend mehr Energie und Zeit als für einen ganz neuen Start. Wir finden: Nach so vielen Jahren, in denen es nur wenige interessante Angebote für unsere Generation im Herzen von Berlin gab, gilt es jetzt den schnellsten und effektivsten Weg zu wählen um das zu ändern.
Die Kirchen, die immer schon eine relevante Arbeit gemacht haben, werden sie auch weiterhin tun. Und die Kirchen, die um ihre Zukunft fürchten, haben eine bessere Chance, wenn sie durch relevante und wachsende Neugründungen in unmittelbarer Nachbarschaft in ihren bisherigen Mustern herausgefordert werden.

Gemeindegründung ist für die christliche Kirche ganz natürlich.
Gemeindegründung ist so normal für die Gesamtheit der christlichen Kirche, wie das Kinderkriegen für eine Familie. Seitdem es die erste christliche Kirche gab (in Jerusalem vor 2000 Jahren), wurden ständig neue Ableger gegründet. Für uns heute ist die Gründung einer neuen Kirche zwar schon außergewöhnlich, aber in Wirklichkeit ist Kirche ohne Kirchengründungen außergewöhnlich und besonders. Wir setzen fort, was Christen seit dem Beginn der ersten Kirche getan haben: Eine neue Kirche gründen, wo es kaum eine gibt.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Wir sind eine neue evangelische Gemeinde, ein Ableger einer bestehenden Kirche, keine neue Religion, Konfession oder Ähnliches.